Prokrastination ist keine ansteckende Krankheit, auch wenn die Folgen die Gesundheit belasten können. Unter Prokrastination versteht man die Angewohnheit, Dinge nur vor sich her zu schieben. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zur „Aufschieberitis“.

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“ So lautet zumindest ein altes Sprichwort. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn viele von uns (den Autor eingeschlossen) haben die Angewohnheit, vor allem die unangenehmen Dinge länger vor sich her zu schieben.

Das Problem dabei ist, dass sich die Angelegenheiten nicht von alleine erledigen. Im Gegenteil. Sie werden eher schlimmer. Macht man seine Steuer nicht, fallen Mahngebühren an. Sortiert man seine Akten nicht, wird der Stapel immer höher. Und geht man nicht zum Arzt, wird man bei einer ernsten Erkrankung bestimmt nicht gesünder. Und obwohl man genau weiß, dass man es nicht tun sollte, schiebt man vieles lieber auf die lange Bank.

Prokrastination („Vertagung“, Aufschieben) oder im Volksmund auch Aufschieberitis heißt diese Angewohnheit, unter der nach Meinung einiger Experten ungefähr jeder fünfte Erwachsene leidet. Die einen betrachten die Aufschieberitis als Faulheit. Bei anderen entwickelt sie sich zu einer regelrechten Krankheit. Kennzeichen dieser chronischen Prokrastination ist häufig ein überflüssiges, verzögerndes und teils sogar kontraproduktives Verhalten.

Wer ist von der Aufschieberitis betroffen?

Prokrastination ist seit den 80ern auch ein Thema für Wissenschaftler. In vergangenen Studien fanden sie heraus, dass besonders Studierende davon betroffen sind. Denn sie müssen in der Regel zum ersten Mal im Leben alles selber machen und selber für sich sorgen. Da sie das nicht gewohnt sind, fehlt ihnen auch die Reihenfolge, was wichtig und was weniger wichtig ist. Daher wird Ungeliebtes häufig hinten angestellt. Im Übrigen sind Männer häufiger Aufschieber als Frauen.

Nun kann man sich natürlich die Frage stellen, was man gegen die Aufschieberitits tun kann. Braucht man eine Therapie oder einfach nur einen Tritt in den sprichwörtlichen Hintern? Das Problem bei den schweren Formen der Aufschieberitis ist, dass sich ein regelrechter Teufelskreis entwickeln kann. In Kombination mit Ängsten, Perfektionsbestrebungen, Depression, Langeweile oder Versagensangst türmt sich ein immer höherer Berg mit ungeliebten Aufgaben vor einem auf. Und je höher der Berg wird, desto schwerer fällt es, ihn abzuarbeiten. Der Druck, der aus den Konsequenzen der unerledigten Aufgaben entsteht, wird so groß, dass er nur noch mehr zu Frust und Depressionen führt. Hier hilft oft nur noch eine professionelle Therapie.

Besser ist es, schon früh ungeliebte Aufgaben anzugehen und es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wenn wir es gewohnt sind, Dinge direkt zu erledigen, kann man diesen Teufelskreis verhindern. Um Ihnen dabei zu helfen, gibt es hier bald Tipps gegen die Aufschieberitis.

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