Bei einer Erkältung läuft häufig auch die Nase. Es bleibt einem nur die Möglichkeit, die Nase geräuschvoll hochzuziehen oder in ein Taschentuch zu schnäuzen. Ob man nun schnieft oder schnäuzt ist nicht unbedingt eine Frage der Höflichkeit, sondern eher eine Frage der Gesundheit.

Egal ob man in der Bahn sitzt, im Supermarkt an der Kasse steht oder abends in der Kneipe sitzt, überall hört man deutlich, dass viele Menschen erkältet sind. Es gibt keinen öffentlichen Ort, an dem nicht Jemand permanent die Nase hochzieht. Sonderlich angenehm ist das Geräusch nicht. Und man wünscht sich, die Betroffenen würden endlich einmal ein Taschentuch benutzen und den Nasenschleim ein für alle Mal aus dem Körper zu befördern, damit die dauernde Schnieferei aufhört. Zumal sich bei vielen das Gerücht hält, der hochgezogene Nasenschleim kann sich in den Nebenhöhlen festsetzen. Abgesehen von der unhöflichen Geräuschkulisse ist es aber besser, den Schleim hochzuziehen anstatt ein Taschentuch zu benutzen.

Auch die eine oder andere Universität hat sich bereits mit dem Thema Schniefen auseinandergesetzt. So gibt es aktuelle Studien der der University of Virginia (USA) und der Universität Århus (Dänemark). Diese beiden Universitäten stimmen überein, dass Schniefen zwar unhöflicher aber dafür gesünder ist.

Gefahren beim Schnäuzen

Wenn man kräftig in ein Taschentuch schnäuzt, riskiert man, die Erkältung zu verlängern. Denn kraftvollen Schnaufen kann nicht nur die Schleimhäute reizen oder auf Dauer sogar schädigen, sondern eine Nebenhöhlenentzündung verursachen. Laut der University of Virginia ist beim Schnäuzen der Innendruck in der Nase rund zehnmal höher als bei einem normalen Nieser. Durch den hohen Druck wird nicht nur der Schleim aus der Nase gedrückt, sondern auch die Bakterien aus dem Nasenschleim in die Nebenhöhlen gepresst. Laut den US-Wissenschaftlern kann so bei jedem Schnäuzen rund ein Milliliter infektiöser Schleim in die Nebenhöhlen gelangen. Bei einer durchschnittlichen Erkältung schnäuzt man laut US-Forscher 45-mal am Tag. Da kommt auf die Nebenhöhlen eine große bakterielle Belastung zu. Als Folge entzünden sich die Nebenhöhlen leicht. Zudem treten Begleiterscheinungen der Entzündung wie Fieber und Kopfschmerzen auf. Zieht man die Nase hoch, können diese Probleme nicht entstehen.

Auch für die Mitmenschen ist es gesünder, wenn man die Nase hochzieht. Denn bei jedem Schnäuzen gelangen die Bakterien und Viren nicht nur ins Taschentuch, sondern auch auf die Hände. Wenn man nun seinem Kollegen die bakteriell belastete Hand gibt oder eine Türklinke anfasst, gibt man die Bakterien weiter und steckt so leichter andere Menschen an. Gebrauchte Taschentücher gehören aus diesem Grund sofort nach einmaliger Benutzung in die Mülltonne.

Die Nase hochziehen ist gesünder

Es ist also besser, die Nase hochzuziehen. Denn man zieht den Nasenschleim nicht in die Nebenhöhlen hoch, wo dieser sich – wie häufig angenommen – festsetzen kann. Stattdessen erzeugt man sogar einen leichten Sog, der die Nebenhöhlen vom Schleim befreit. Dadurch schützt man sich vor einer eitrigen Entzündung. Es klingt vielleicht nicht höflich, ist aber gesünder, um den Schnupfen in den Griff zu bekommen. Und wer seinen Mitmenschen diese Geräuschkulisse nicht zumuten möchte, kann kurz auf der Toilette die Nase hochziehen. Übrigens: den hochgezogenen Schleim zu schlucken und nicht auszuspucken ist kein Problem, da die scharfe Magensäure die Viren und Bakterien abtötet.

Die gesunde Alternative

Die beste Möglichkeit gegen die verstopfte Nase ist immer noch, die Nase mit einer lauwarmen Kochsalzlösung zu spülen. Das löst auf sanfte Art den Schleim, ohne dass Nebenhöhlen oder Schleimhäute belastet werden.

Richtig Schnäuzen

Wenn die Nase zu sehr läuft und man seinen Mitmenschen nicht zu viel Schniefen zumuten möchte, kann man natürlich die Nase auch schnäuzen. Um die Belastung für die Nebenhöhlen gering zu halten, ist es besser, nicht mit voller Kraft sondern nur locker ins Taschentuch zu schnaufen. Auch ist es besser, erst ein Nasenloch nach dem anderen zu reinigen und nicht beide gleichzeitig.

Kommentieren

Gesundheitsblog

Christian Riedel - Diplom Sportwissenschaftler
Der Gesundheitsblog von dipl. Sportwis- senschaftler Christian Riedel.

"Es gibt 1000 Krankheiten, aber nur eine Gesundheit."
(Arthur Schopenhauer)

Daher kann man nie genug über die Gesundheit wissen. Mit diesem Blog will ich Ihnen einige wertvolle Informationen über Ihre Gesundheit vermitteln und Tipps geben, wie Sie lange gesund bleiben.

Archive
Kontakt
Nehmen Sie Kontakt zur Redaktion auf:blogger@mein-gesundheitswissen.de
Interessante Seiten