Normalerweise funktioniert unsere Atmung, ohne dass wir etwas dafür tun müssen. Es wäre ja auch etwas riskant, wenn man bewusst ans Atmen denken müsste. In der Regel fällt uns die Atmung nur auf, wenn man außer Atem kommt, kurzatmig ist oder einmal tief durchatmet. Dabei ist richtig zu atmen in vielen Situationen wichtig.

Viele Menschen atmen verkrampft oder nur unvollständig. Gerade im Büro, wenn der Arbeitsstress uns über den Kopf wächst, bekommen wir häufig zu wenig Sauerstoff. Denn Angst und Stress können zu Kurzatmigkeit führen. Die Atemfrequenz ist von der Natur aus an den Fluchtreflex gekoppelt. Und wenn wir uns unter Druck gesetzt fühlen, steigt die Frequenz.

Atmung als Fluchtreflex

Das Problem ist dabei, dass der Körper dadurch schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Richtig atmen bedeutet, dass man die Atemluft bis hinunter in den Bauchraum und das Becken strömen lässt. Wird die Atmung zu schnell, gelangt nicht ausreichend frische, mit Sauerstoff angereicherte Luft in die Lungen. Man atmet vielmehr seine eigene, sauerstoffarme, ausgeatmete Luft wieder ein. Durch die Kurzatmigkeit steigt die Muskelanspannung und man ist weniger schmerzempfindlich. In Fluchtsituationen, wie sie von der Natur aus vorgegeben sind, kann das sehr hilfreich sein. Doch im Berufsalltag ist das eher hinderlich.

Richtig atmen

Gerade im Berufsleben ist es wichtig, auch einmal tief durchzuatmen. Dadurch kann man den Organismus nicht nur mit ausreichend Sauerstoff versorgen, man kann auch Blockaden verhindern, die durch die Anspannung oder Emotionen entstehen. Da man unter Stress eher gepresst atmet, wir der Organismus weniger gut mit Sauerstoff versorgt. Man muss sich nur mal die Menge Sauerstoff anschauen, die in den Kreislauf und somit in die Organe gelangt. Unter Stress sind es 7 bis 10 Liter. Atmet man tief und bewusst, steigt die Menge Sauerstoff auf rund 75 Liter, also knapp das Zehnfache. Mit einer richtigen Atmung kann man also Einfluss auf die Organe, die Psyche aber auch auf das Gehirn nehmen

Wie wichtig ist Sauerstoff

Hat der Körper zu wenig Sauerstoff, ist er weniger leistungsfähig. Sauerstoff ist der Treibstoff für Muskeln und Organe und besonders für das Gehirn. Hat unser Hirn zu wenig Sauerstoff, sind Müdigkeit und Konzentrationsstörungen die Folgen. Andere mögliche Auswirkungen sind Muskelschwäche oder sogar Verdauungsprobleme. Permanenter Stress und Kurzatmigkeit kann also große Probleme mit sich bringen.

Wie kann man atmen üben

Normalerweise wird die Atmung über das vegetative Nervensystem gesteuert, funktioniert also unbewusst. Man kann natürlich auch bewusst tief ein- und ausatmen und so die Sauerstoffzufuhr verbessern. Setzen Sie sich ruhig ab und zu aufrecht hin, dass die Lunge nicht durch eine gebückte Haltung zusammengedrückt wird, und atmen Sie mehrfach tief ein und aus. Das versorgt den Organismus nicht nur mit Sauerstoff, sondern entspannt auch.

Eine Übung, die das Atmen verbessert, ist die Zwerchfellatmung

– Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße sind geschlossen, und lassen Sie die Arme locker nach unten baumeln
– Stellen Sie sich vor, Ihr Bauch ist ein Blaseblag, der die Luft durch die Luftröhre hinaus bläst
– atmen Sie tief ein und versuchen Sie sich vorzustellen, wie dieser Blasebalg mit Luft gefüllt wird
– drücken Sie die Luft mit dem Blasebalg wieder aus den Lungen hinaus
– legen Sie zur Unterstützung die Hände auf den Bauch und fühlen Sie, wie der Bauch durch die Luft aufgebläht wird und wieder zusammenschrumpft
– atmen Sie so 2-3 Minuten tief durch

Atemtherapie

Man kann das vegetative Nervensystem und dadurch auch die Atmung auch beeinflussen. Wer Probleme mit dem Atmen hat oder häufig zu Stress neigt, kann sich einer Atemtherapie unterziehen. Je nachdem ob der Hausarzt eine Notwendigkeit (Bsp. Therapie oder Rehabilitation) sieht, kann diese Atemtherapie auch verschrieben und die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden.

Entspannung und Stressabbau

Eine richtige Atemtechnik wirkt aber auch entspannend und hilft dabei, Stress abzubauen. Die Therapie hilft, die Psyche zu verbessern, wird aber leider nicht von den Krankenkassen übernommen. Teilweise werden Atemtherapien von Krankenkassen in Zusammenarbeit mit Volkshochschulen angeboten und teilweise auch bezuschusst. Sofern Sie Ihre Atmung verbessern und so Stress abbauen möchten, sollten Sie mit Ihrer Krankenkasse darüber sprechen.

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Christian Riedel - Diplom Sportwissenschaftler
Der Gesundheitsblog von dipl. Sportwis- senschaftler Christian Riedel.

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