Eigentlich ist Wintersport gesund. Aber wer ohne Training die Belastung auf der Piste übertreibt, kann seinem Herz schaden und das Herzinfarkt-Risiko vergrößern.

Wintersport kann ganz schön gefährlich sein. Es sind aber weniger Stürze, Lawinen oder Zusammenstöße, die für den Großteil der Todesfälle auf der Piste verantwortlich sind, sondern das Herz. Rund 40 Prozent der Todesfälle beim Wintersport in den österreichischen Alpen sind auf den plötzlichen Herztod, meist als Folge eines Herzinfarkts, zurückzuführen. Das berichtet der Innsbrucker Kardiologe Dr. Gert Klug beim Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm.

Besonders betroffen sind Wintersportler, die gerade zu Beginn ihres Skiurlaubs ohne trainiert zu haben auf der Piste sportliche Höchstleistungen verbringen wollen.

Dr. Klug und sein Team untersuchte die Fälle von mehr als 1.500 Patienten, die zwischen 2006 und 2010 mit einem akuten Herzinfarkt in das Innsbrucker Uniklinikum eingeliefert worden sind. Bei 170 Fällen trat der Herzinfarkt beim Wintersport auf. Die meisten dieser Patienten waren Wintersport-Urlauber und kamen aus Deutschland und Holland. Bei 110 Herzpatienten konnten die Mediziner persönliche Daten und die näheren Umstände beim Auftreten des Herzinfarkts erfragen.

Herzcheck

Bei der anschließenden Auswertung stellten die Forscher fest, dass bei den meisten Patienten der Infarkt am ersten oder zweiten Tag auf der Piste auftrat. Nur bei 19 Prozent der Herzinfarkt-Patienten waren im Vorfeld Herzprobleme bekannt. Bei den übrigen 81 Prozent trat der Herzinfarkt ohne Vorwarnung auf. Weiterhin stellten die Herz-Spezialisten fest, dass rund die Hälfte der Befragten vor ihrem Wintersport-Urlaub wenig bis gar keinen Sport getrieben hatten.

Neben der ungewohnten Belastung, die auch das Herz betreffen, könnte laut Dr. Klug die Höhenluft als möglicher Multiplikator hinzu. Denn je höher man hinauf steigt, desto geringer ist der Sauerstoffanteil in der Luft. Daher muss das Herz mehr leisten, um den Organismus ausreichend versorgen zu können. Während die Patienten im Schnitt auf einer Höhe von 170m über dem Meeresspiegel lebten, ereigneten sich Die Herzinfarkte im Schnitt auf einer Höhe von 1.347 Metern. Treibt man zudem noch Sport, wird die Belastung fürs Herz noch einmal deutlich erhöht und damit steigt auch das Herzinfarkt-Risiko.

Bedenkt man nun, dass in jedem Jahr Millionen Menschen in den österreichischen Alpen Urlaub machen, ist das Herzinfarkt-Risiko für die Touristen immer noch verhältnismäßig gering. Wer aber zu einer Risikogruppe (Übergewichtig, kein Sport, Raucher, Herzpatient) gehört, sollte das Skivergnügen in den Alpen in den ersten Urlaubstagen langsam angehen lassen, um das Herz an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen. Noch besser wäre natürlich, sich schon im Vorfeld gezielt mit etwas Sport und Skigymnastik auf den Skiurlaub vorzubereiten.

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