Auch wenn Alkohol grundsätzlich ungesind ist, kann ein Gläschen Wein am Tag durchaus auch positive Wirkungen haben. In Maßen genossen kann Wein sogar die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessern.

Wer sich abends ein Gläschen Wein gönnt, tut nicht nur seiner Seele etwas Gutes, sondern könnte möglicherweise auch seine Hirnleistung dauerhaft verbessern. Das berichten norwegische Forscher. So kann ein moderater Weingenuss mit einer besseren Leistungsfähigkeit des Gehirns einhergehen.

In einer Studie mit mehr als 5.000 Probanden untersuchten die Skandinavier den Zusammenhang zwischen dem Denkvermögen und dem Weinkonsum der Versuchspersonen. Sie hatten getestet, wie der Konsum verschiedener Mengen unterschiedlicher alkoholischer Getränke mit der Wahrnehmungs- und Erinnerungsfähigkeit der Versuchsteilnehmer zusammenhing. Heraus kamen teils überraschende Ergebnisse.

Wein stärkt das Hirn

Denn auch wenn ein übertriebener Alkohol-Konsum das Hirn langfristig kaputt macht, kann ein moderater Genuss die Hirnleistung verbessern. Das hat zumindest der Versuch gezeigt. Denn bei allen Tests schnitten diejenigen am besten ab, die regelmäßig geringe Mengen (ca. 300ml am Tag) Wein konsumierten. Die Vorteile beschränken sich aber nur auf den Traubensaft. Bei anderen alkoholischen Getränken fanden die Wissenschaftler keinen Zusammenhang. Allerdings schränken die leitenden Wissenschaftler um Kjell Arntzen von der Universität in Tromsø ein, dass die positiven Auswirkungen auch auf den allgemeinen Lebensstil zurückgehen könnten.

Positive Auswirkungen von Wein

In vergangenen Studien wurden bereits mehrere positive Auswirkungen von moderatem Alkoholgenuss ermittelt. So kann Alkohol das Risiko für Schlaganfälle, Herzerkrankungen, Demenz und Alzheimer verringern. In der aktuellen Studie wollten die norwegischen Forscher nur den Zusammenhang zwischen verschiedenen Alkoholika in verschiedenen Mengen und der Hirnleistung in verschiedenen Kategorien (Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis und Denken). Der Einfluss von regelmäßigem Alkoholkonsum auf diese Fertigkeiten war bisher unklar.

Sieben Jahre lang wurden die 5.000 Versuchspersonen beobachtet. Dabei wurde besonders das Trinkverhalten dokumentiert. In regelmäßigen Abständen wurden Tests durchgeführt, um bestimmte kognitive Fähigkeiten zu überprüfen. Zu den Tests gehören Gedächtnistests, Reaktionstests und logisches Denkvermögen.

Bildung, Alter, Rauchen

Bei der Auswertung machten die Norweger mehrere Entdeckungen. Denn was die Gehirnleistung angeht, sind moderate Weintrinker gegenüber Abstinenzler anscheinend im Vorteil. Sofern man die Menge nicht übertreibt, hatten die Teilnehmer im Durchschnitt bessere Hirnleistungen. Als moderaten Konsum galt, wer zwei Gläser pro Woche trank. Ist die Menge größer, konnten die Forscher noch keine klare Aussage treffen. Schlechtere Ergebnisse hatten auch weniger gebildete, ältere Versuchsteilnehmer und vor allem Raucher. Versuchsteilnehmer, die regelmäßig Sport treiben, hatten hingegen bessere Ergebnisse vorzuweisen. Die Forscher betonen aber, dass die genauen Hintergründe für den Leistungszuwachs schwierig von anderen Faktoren zu trennen sind.

Die Forscher vermuten, dass so genannte Flavonoide für den positiven Effekt auf das Gehirn sorgen könnten. Diesen sekundären Pflanzenstoffen im Rotwein werden mehrere positive Eigenschaften zugeschrieben. Dazu zählt Schutz vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Verbesserung des Langzeitgedächtnisses.

Kjell Arntzen (Universität in Tromsø, Norwegen): Acta Neurologica Scandinavica, Bd. 122, Zusatzveröffentlichung 190, S. 23, doi: 10.1111/j.1600-0404.2010.01371.x

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