Auf einigen Getreideprodukten im Supermarkt findet man die Aufschrift „glutenfrei“. Diese Produkte sind für Menschen gedacht, die an Zöliakie leiden. Bei der Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung des Dünndarms. Für die Betroffenen ist diese Krankheit eine enorme Einschränkung der Lebensqualität.

In den meisten Getreidearten ist das so genannte Gluten enthalten. Die meisten Menschen bemerkten davon nichts. Doch anders, wenn man das „Klebereiweiß“ Gluten nicht verträgt. Dann kann man so gut wie keine Getreideprodukte essen, ohne schwere Nebenwirkungen befürchten zu müssen. Diese Unverträglichkeit gegen Gluten nennt man Zöliakie. Und immer mehr Menschen sind davon betroffen.

Nimmt man trotz Zöliakie das Gluten zu sich, kommt es zu einer Entzündung im Dünndarm. Dabei werden Darmzotten und die darin enthaltenen Enzyme großflächig zerstört. Dadurch können viele lebensnotwendige Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden.

Wo ist Gluten enthalten?

Gluten ist Eiweiß, das vor allem in den heimischen Getreidesorten wie Roggen, Hafer, Gerste, Weizen oder Dinkel vorkommt. Das Gluten ist es auch, das dem Teig in Verbindung mit Wasser seine elastische, gummiartige Konsistenz verleiht. Man nennt es auch Klebereiweiß, da es für das Binden von Teig verantwortlich ist. Ohne Gluten würde kein Brot und keine Nudel seine Form behalten. Gluten kommt aber nicht nur in Getreide vor, sondern ist auch in anderen Lebensmitteln wie Fertiggerichte, Wurst, Pudding, Ketchup und vielen Gewürzmischungen enthalten.

Wer unter Zöliakie leidet, muss also sehr vorsichtig sein, welche Nahrungsmittel er zu sich nimmt.

Anzeichen für Zöliakie

Prof. Dr. Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechsel und Ernährung im Dr. v. Haunersches Kinderspital in München, spricht bei der Zöliakie von zwei Gruppen. Die klassische Zöliakie, die bereits im Kindesalter auftritt, äußert sich durch Symptome wie Durchfall, Wachstumsstörungen, schlechte Laune und blasse Haut. Ursache dafür ist eine verminderte Nährstoffzufuhr. Im Gegensatz zu dieser starken Form wird die zweite Gruppe häufig nicht erkannt, da nur milde Symptome auftreten. „Oft bedarf es hier dem Zufall, dass eine Zöliakie überhaupt diagnostiziert wird“, erklärt der Experte.

Genetisch bedingte Zöliakie

Zöliakie ist auch genetisch bedingt. Mit jedem Fall der Autoimmunkrankheit in der Familie steigt auch das Risiko für eine Erkrankung des Nachwichses. Rund 10 Prozent der Betroffenen haben einen Verwandten ersten Grades, der ebenfalls an Zöliakie leidet. „Auch Typ-1-Diabetiker sind prozentual häufiger betroffen als gesunde“, sagt Prof. Koletzko.

Diagnose und Behandlung

Die einfachste Diagnose stellt der Hausarzt, wenn man ihm die Symptome schildert. Bei einem Verdacht auf Zöliakie wird ein Bluttest gemacht. Dabei wird das Blut auf charakteristische Antikörper untersucht. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man eine Dünndarmbiopsie vornehmen, bei der Gewebeproben entnommen und anschließend untersucht werden.

Eine genaue Diagnose ist sehr wichtig, da die Zöliakie eine enorme Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Daher sollte man die Behandlung nur beginnen, wenn man sich absolut sicher ist, dass der Betroffene unter der Autoimmunerkrankung leidet. Denn die einzige wirkungsvolle Behandlung ist eine Glutenfreie Diät. Nur durch das Weglassen von Gluten kann sich der Dünndarm wieder schrittweise erholen. Dies bedeutet aber auch, dass man in kaum einem Restaurant und in kaum einer Kantine essen kann. Denn Zöliakie ist unheilbar.

Mehr Informationen gibt es unter www.dzg-online.de

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Christian Riedel - Diplom Sportwissenschaftler
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